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rheinstud

Rheinisches Studieninstitut für
kommunale Verwaltung in Köln


Grundlagenseminar Psych KG NRW 29101119



Zielgruppen:
Mitarbeiter/innen der Ordnungsbehörde (ggf. der Berufsfeuerwehr), die Zwangseinweisungen durchführen, Mitarbeiter/innen der Betreuungsstellen und Jugendämter

Rechtliche Grundlagen, medizinische und praktische Fragen der s o f o r t i g e n Unterbringung nach dem PsychKG NRW

Verfahrensabläufe, Hilfestellungen und praktische Tipps von Praktikern für Praktiker

Themen:

• Typische Fallkonstellationen bei der Anwendung des PsychKG: Eigengefährdung, Fremdgefährdung
• Notwendigkeit der s o f o r t i g e n Unterbringung
• Auf was ist an der Einsatzstelle zu achten?
• Bedeutung "gegen den Willen" des Patienten
• Inhalt der schriftlichen Begründung zur Zwangseinweisung
• Fachliche Qualifikation des Arztes, der das Gutachten ausstellt….Allgemeinmediziner? Psychiater?
• Inhalte des ärztlichen Zeugnisses
• Typische Krankheitsbilder
• Materielle Unterbringungsvoraussetzungen
• Besonderheiten bei bestehenden Betreuungsverhältnissen nach § 1906 BGB
• Kurze Abgrenzung zur Unterbringung nach §§ 63, 64 StGB, 81, 126a StPO,
Besonderheiten und Schwierigkeiten bei der Unterbringung Minderjähriger (§1631 b BGB)
• Zuständigkeiten Polizei ./. Ordnungsbehörde
• Mögliche Probleme der Zusammenarbeit und Lösungsmöglichkeiten
• Kurze Abgrenzung zur Ingewahrsamnahme nach § 35 PolG NRW
• Organisatorische Fragen: Wie wird die Rufbereitschaft vor Ort organisiert?
Ordnungsbehörde, Arzt, Gericht???

Die komplexe Thematik wird betrachtet aus Sicht der einweisenden Ordnungsbehörde:
Wann muss ein Patient eingewiesen, wann darf er nicht eingewiesen werden???
Erörterung der verschiedenen Problematiken, die im praktischen Einsatz vor Ort auftreten (können): Wer ist vor Ort verantwortlich?
Abgrenzung zur Zuständigkeit anderer Stellen, Zusammenarbeit mit der Polizei, mit dem Arzt und dem Rettungsdienst, etc.

Des begutachtenden Arztes:
Welches Verhalten ist normal, was ist nicht (mehr) normal? Typische psychische Erkrankungen (Psychosen, Neurosen, Depressionen, Manie, Demenz, Suchterkrankung, Suizidalität, präsuizidales Syndrom)

des Gerichts:
Darstellung des rechtlichen Verfahrens einschließlich Rechtsmittel, Ablauf bei Gericht und in der Klinik; Rechte des Patienten in der Klinik, Rechte der Klinik im Rahmen der Behandlung (Fixierung, Zwangs-medikation)

Gute Gründe für eine Seminarteilnahme:

Samstag Nacht, eine junge Mutter rennt - auf dem Arm ein Baby – schreiend auf die Straße und droht damit, sich und den Säugling umzubringen; Montagmorgen, ein 50jähriger Familienvater erscheint mit einem Beil bewaffnet im Lehrerzimmer einer Grundschule und verlangt die Herausgabe seiner bei der geschiedenen Mutter lebenden Sohnes; Freitagabend, ein Familienvater zerschlägt unter Alkoholeinfluss die Wohnungseinrichtung und bedroht seine Frau mit einem großen Küchenmesser.

Solche Fälle kommen immer häufiger vor. Die für den ersten Moment der Gefahrenabwehr gerufene Polizei entscheidet oftmals, die Ordnungsbehörde zwecks "Prüfung PsychKG" hinzu zu ziehen. Dies kann jederzeit geschehen - 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Ordnet die Behörde unverzüglich und ohne gerichtliche Entscheidung freiheitsentziehende Maßnahmen an (Zwangseinweisung in die Psychiatrie), so werden elementare und grundgesetzlich verbriefte Grundrechte eines Menschen beschnitten. Um als Behördenmitarbeiter rechtssicher, verantwortungsvoll und schnell tätig zu werden, ist die Kenntnis des PsychKG NRW unerlässlich.
Entgelt

260.00 Euro

Die Anmeldung ist möglich bis
14.10.2019
Referent/in

Tobias Fuß
Christiane Breidenstein

Termin

12.11.2019
09:00 - 16:00